2. Treffen der Aktion „Neue Nachbarn“

Liebe Nachbarn,

am Montagabend fand das 2. Treffen der Aktion „Neue Nachbarn“ statt, erneut ein Erfolg.

Es nahmen überwiegend die Aktiven teil, die sich in Mailverteiler eingetragen hatten und formulierten Gruppenziele und -inhalte.

Für die Aktiven gab es noch in der Nacht eine sehr lange Zusammenfassung per Mail. Überhaupt werden hinter den Kulissen unglaublich viele Mails geschrieben und Gespräche geführt, Mittwoch folgte Artikel im Deisterjournal.

Kurz: Aus fünf Gruppen wurden vier, es gibt eine neue, eigene Website (noch im Bau), die ersten 32 neuen Nachbarn sind da, die ersten Termine für Dorfgemeinschaft und neue Nachbarn gemeinsam sind geplant und es zählen nicht nur Bantorfer zum Team, sondern auch neue Freunde aus ganz Barsingausen uuuuuund … noch mehr über der Entwicklung erfahrt ihr, wenn ihr die kommenden drei Dienstage, ab 24.11., ab 19 Uhr ins Sportheim Bantorf kommt.
An diesem Jour Fix werden bisherige Erfahrungen ausgetauscht und das weitere Vorgehen besprochen.
Danke für euer Interesse und die Unterstützung!
Herzlich, Carmen
Artikel im Deister Journal:

  • Willkommen: Bantorf erstellt eigenes Integrationskonzept
  • Willkommen: Bantorf erstellt eigenes Integrationskonzept
  • Willkommen: Bantorf erstellt eigenes Integrationskonzept

Willkommen: Bantorf erstellt eigenes Integrationskonzept

Bantorf (cek). In Bantorf kommen am heutigen Mittwoch die ersten von 130 Flüchtlingen an, die in einer Gemeinschaftsunterkunft am Ortsrrand untergebracht werden. Darauf hat sich die Dorfgemeinschaft in den letzten Wochen intensiv vorbereitet und ein Integrationskonzept entwickelt.

Nach einer Informationsveranstaltung der Stadt Barsinghausen Ende Oktober, in der sie über ihr Unterbringungskonzept für etwa 1000 weitere Flüchtlinge im Stadtgebiet informierte, formte sich ein spontanes Aktionsbündnis in Bantorf:Willkommen neue Nachbarn (noch im Bau).

Verständigung: Karima Köhler dolmetscht ein Gespräch zwischen Mohamad AlToubaji und Murad Khery und den Bantorfern.

Verständigung: Karima Köhler dolmetscht ein Gespräch zwischen Mohamad AlToubaji und Murad Khery und den Bantorfern.

In zwei kurzfristig einberufenen Planungsveranstaltungen auf Initiative engagierter Bürger bildeten sich vier Arbeitsgruppen für die Themenbereiche Begrüßung, Sprache und Alltag, Freizeit sowie Arbeit und Beschäftigung. Die Ortsvereine, Kirche und Feuerwehr unterstützen das Engagement von Beginn an und auch aus den Nachbarorten erfährt das Bündnis Rückhalt.

Es ist eine rasante Entwicklung weg von der anfänglichen Skepsis hin zu einer Integrationskultur in dem Dorf mit 1200 Einwohnern. Es gibt kein vorgefertigtes Konzept für derartige Situationen, die Bantorfer informierten sich selbst, wie sie mit einem Einwohneranstieg von über zehn Prozent auf einmal am besten umgehen können.

Unterstützt: Rosemarie Struß vom Internationalen Frauentreff.

Unterstützt: Rosemarie Struß vom Internationalen Frauentreff.

Unterstützung bekamen sie dabei von der Stadt Barsinghausen, von benachbarten Flüchtlingshilfe-Initiativen und allen bereits engagierten Helfern in Barsinghausen. Bei der Auftaktveranstaltung im Café im Schafstall informierte Heide Heyerhorst aus der Verwaltung die etwa 170 Anwesenden über Grundausstattung und Ablauf des geplanten Zuzugs nach Bantorf. Ihre Kollegin Karima Köhler dolmetschte ein Gespräch zwischen Mohamad AlToubaji und Murad Khery und den Bantorfern, die so aus erster Hand erfahren durften, wie es den Flüchtlingen geht, wenn sie in den Unterkünften ankommen. Der Mitarbeiter des Roten Kreuzes aus Syrien und der Arzt aus dem Irak wohnen seit einigen Wochen in Barsinghausen.

In aufwändiger Kleinarbeit knüpften die Organisatoren Jan Pommerehn und die Verfasserin Carmen Eickhoff-Klouvi Kontakte mit Ansprechpartnern bei der Stadt und beim Kirchenkreis, mit anderen Hilfsinitiativen, Ansprechpartnern aus benachbarten Kommunen und mit dem Quartiersmanager der Bantorfer Unterkunft, Yusuf Yilmaz und verknüpften die Aktiven untereinander. Eine Woche nach dem Startschuss sind die Arbeitsgruppen gut aufgestellt und laufen selbständig.

Agenda: Die Bantorfer haben einen Fahrplan der Willkommenskultur aufgestellt.

Agenda: Die Bantorfer haben einen Fahrplan der Willkommenskultur aufgestellt.

Das Begrüßungsteam kümmert sich in den ersten Tagen gleichermaßen um eine angenehme Ankunft, wie es auch von Beginn an Regeln verdeutlicht, die hier gelten und eingehalten werden müssen. Die Aktiven des Teams Sprache und Alltag übernehmen anschließend die laufende Betreuung, für erste Behördengänge, Orientierung im Alltag und als Sprachpaten ist im Idealfall eine regelmäßige eins zu eins-Begleitung angezeigt. Das Team Freizeit beugt Lagerkoller mit leicht umsetzbaren Freizeitaktionen vor. Von Lauftreff bis Spieleabend, Deisterspaziergängen und Fahrradwerkstatt bis zu Spartenangeboten im TSV Bantorf (Fußball, Tischtennis, Bogenschießen) werden Angebote gemacht. Wie neuen Nachbarn der Bantorfer auf das Angebot reagieren, muss das Team abwarten. Es gibt vorab nur wenige Informationen über die soziale Konstellation der Neuankömmlinge, eine weitere Ungewissheit, welche die Planungen beeinflusst.

Diejenigen, die sich Arbeit für die neuen Nachbarn befassen, suchen Aufgaben im ehrenamtlichen Bereich, die nicht für Geld von regulären Auftragnehmern erledigt werden. Durch die Beschäftigung, etwa Mithilfe bei Blutspendeterminen und Seniorennachmittagen des Rotkreuzortsverbands der Bördedörfer, soll die Integration gefördert werden und ebenfalls dem Lagerkoller vorgebeugt werden.

Das Engagement der Dorfgemeinschaft hat ungeahnte, positive Nebenwirkungen: während der beiden Planungsveranstaltungen und der Gruppenarbeit rückten auch die Teilnehmer, die sich vorher teilweise komplett fremd waren, eng zusammen. Über die Grenzen von Bantorf hinaus.

Das Jahr 2015 hat in Bantorf viel in Bewegung gebracht. Nach einem Artikel im Deister Journal Ende 2014 über die Ideenwerkstatt Dorfzukunft in Flegessen bei Bad Münder entstand eine ähnliche Bewegung im Rahmen der IG Bantorf. Unter der Führung von Edith Ehlers-Mertens wuchs die Ideenwerkstatt Dorfleben, die seit Jahresbeginn Gemeinschaftsaktionen plant und erfolgreich unter anderem Backtage, Kinoabende, Computerkurse oder Raterunden organisiert und ein neues Miteinander im Ort anstoßen konnte. Die Förderung der Lebensqualität im Ort nach der Schließung der Grundschule als einzigem öffentlichen Raum stand dabei im Mittelpunkt, der Fokus liegt auf Aktionen für ein gutes Miteinander von Alt und Jung. Als Katalysator dient dabei das #Dorfblog Bantorf, in dem Ankündigungen und Berichte in loser Form zusammengetragen werden.

Ermutigt durch die Erfahrung, dass die Bantorfer durchaus offen für Neues sind, initiierte eine Handvoll Einwohner nach der Informationsveranstaltung der Stadt Ende Oktober jetzt das Integrationsprogramm und wird durch die Beteiligung, auch weit über die Dorfgrenze hinaus, bestätigt. Die Aktiven sind sich bewusst, dass Flexibilität das wichtigste ist. Sie erwarten Menschen, die als einzige Gemeinsamkeit Schlimmes erlebt haben und hier eine sichere Heimat suchen. Die aber sonst so unterschiedlich sind, wie es in der Natur des Menschen liegt.

Im Mailverteiler sind derzeit 50 Aktive vernetzt, die die wesentliche Arbeit machen, aber auch sehr multiplizieren und jeweils weitere Mitstreiter anheuern. Die nächsten drei offenen Planungstreffen, an denen jeder Interessierte teilnehmen kann, finden wöchentlich dienstags ab 19 Uhr statt im Sportheim Bantorf, Luttringhäuser Weg 48, oben am Waldsportplatz.

Links: https://bantorf.com/ und http://www.willkommen-neue-nachbarn.de/

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Ein Kommentar zu “2. Treffen der Aktion „Neue Nachbarn“

  1. Pingback: Spenden für die neuen Nachbarn | Bantorf

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